{"id":5530,"date":"2026-10-10T18:15:31","date_gmt":"2026-10-10T16:15:31","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=5530"},"modified":"2026-10-10T18:15:31","modified_gmt":"2026-10-10T16:15:31","slug":"5530","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2026\/10\/10\/5530\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Was ich noch sagen wollte \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er kann nichts daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Dass er so (und eben nicht anders) her\u00fcberkommt und so wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>Dass er in s\u00e4mtlichen sozialen Medien &#8211; ob links, &#8222;mittig&#8220; oder rechts &#8211; nur noch als Lachnummer daherkommt. Fremdscham, zuweilen Aggressionen hervorrufend.<\/p>\n<p>Die Zeit ist reif, (nat\u00fcrlich arglose) Fragen zu stellen: Wie kann man so, wie er ist und daherkommt, politische Karriere machen? Wie schafft er es, auf der Karriereleiter Sprosse um Sprosse zu erklimmen?<\/p>\n<p>Wisst ihr, wen ich da meine? Ich glaube schon. Nat\u00fcrlich!\u00a0 Den &#8222;Shooting-Star&#8220; des bundesrepublikanischen Polit-Zirkus:<\/p>\n<p>Philipp Amthor.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt: Er kann nun wirklich nichts daf\u00fcr, dass er &#8222;auf eine ganz besondere Art&#8220; von den allermeisten Zeitgenossen wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>Aber es sagt viel aus, \u00fcber die Partei, der er dient und \u00fcber das Land, das ihn in h\u00f6heren Sph\u00e4ren des politischen Betriebs besch\u00e4ftigt. Mit seinen 33 Lenzen hat er es wahrlich weit gebracht. Und das lediglich mit zwei von ihm hervorragend beherrschten Eigenschaften:<\/p>\n<p>Zum einen geh\u00f6rt das unentwegte Nicken nach Oben dazu sowie das &#8222;spontane&#8220; Applaudieren, wenn diese Bekundung von den Oberen gew\u00fcnscht wird. Zum anderen hat er wie kein anderes politisches Nachwuchstalent die Rituale des Parteiapparates verinnerlicht, die als oberste Prinzipien uneingeschr\u00e4nkte Loyalit\u00e4t und das Meiden jedweder falschen Aussage, die nicht dem Wertekanon der wohlfeilen Parteispitze entspricht, beinhalten.<\/p>\n<p>Dieses Ph\u00e4nomen sollte niemanden ins Staunen versetzen. Die Geschichte kann ein langes Lied davon singen.<\/p>\n<p>Seit den Anf\u00e4ngen der Zivilisation ist die Menschheit mit zwei Erscheinungen konfrontiert, die ihr, der Zivilisation, massiv und gravierend zugesetzt haben: Zum einen die unz\u00e4hligen und \u00fcblen kriegerischen Auseinandersetzungen rivalisierender St\u00e4mme, V\u00f6lker und sp\u00e4ter Nationen, zum anderen die oft uns\u00e4gliche, r\u00fccksichtslos-autorit\u00e4re Beherrschung derselben durch eine in den allermeisten F\u00e4llen abgehobene Oberschicht. Jahrhundertelang &#8211; mindestens aber seit den letzten drei Jahrtausenden! &#8211; galt unangefochten das Recht des St\u00e4rkeren, und das Starke definierte sich durch Gewalt und milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit. In diesem Zusammenhang und in diesem Machtgerangel der privilegierten Kaste der jeweiligen historischen Epoche ist nicht zu \u00fcbersehen, dass sich vor allem skrupellose, narzisstische, gegen\u00fcber den Interessen der jeweiligen Bev\u00f6lkerungsmehrheit v\u00f6llig ignorante Charaktere durchsetzten. Als Beispiel m\u00f6ge das europ\u00e4ische Mittelalter herhalten. Landesherren entfesselten r\u00fccksichtslos Kriege, wenn sie die Chance sahen, auf brachiale Weise ihren pers\u00f6nlichen Herrschaftsbereich zu erweitern. Diesen Machtzielen opferten sie bedenken- und erbarmungslos das Leben ihrer Untertanen. Es war halt eben die damalige Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Da dr\u00e4ngt sich nat\u00fcrlich die ketzerische, gleichwohl rhetorische Frage auf: nur die damalige?<\/p>\n<p>Bekanntlich f\u00fchrte der unaufhaltsame Fortschritt der Waffentechnik dazu, dass die milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen immer blutiger und unmenschlicher wurden. Mit diesem bis heute ungebrochenen Trend ger\u00e4t die menschliche Zivilisation zusehends immer tiefer in eine verh\u00e4ngnisvolle historische Sackgasse. Die Welt marschiert treuherzig und unbeholfen weiter &#8211; immer weiter &#8211; in dieser Sackgasse, und zwar so lange, wie sie den gewissenlosen Narzissmus der mit tats\u00e4chlicher Macht Ausgestatteten und ihrer opportunistischen Mitl\u00e4ufer nicht in den Griff bekommt. Die ung\u00fcnstigen Pers\u00f6nlichkeitsprofile auf s\u00e4mtlichen F\u00fchrungsebenen haben seit Jahrtausenden in unz\u00e4hligen F\u00e4llen zu destruktiven Trends in politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Den Begriff &#8222;neuzeitliche Demokratie&#8220; konnte kaum jemand ausbuchstabieren, da warnte bereits Thomas Jefferson, der wohl bedeutendste Autor der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung, von den St\u00f6reinfl\u00fcssen, welche eine demokratisch-rechtsstaatliche Ordnung unterminieren k\u00f6nnten. Er warnte vor &#8222;der Konzentration der Macht&#8220;, vor der Tyrannei der Justiz (&#8222;Despoten im Talar&#8220;) und des Staates, er warnte (unglaubliche Weitsicht!) vor einer Banken- und Finanzoligarchie (&#8222;Ich glaube, dass Bankinstitute gef\u00e4hrlicher f\u00fcr unsere Freiheiten sind als stehende Heere&#8220;), vor dauerhafter Staatsverschuldung und vor dem eben erw\u00e4hnten stehenden Heer.\u00a0 Staatsverschuldung und Heer &#8211; beides sah er als Werkzeuge, um B\u00fcrger in Abh\u00e4ngigkeit zu bringen und Kriege zu f\u00fchren, die nur einer zahlenm\u00e4\u00dfig kleinen Elite n\u00fctzen. Kurzum:\u00a0 Die wirklich ernst zu nehmenden Gefahren f\u00fcr eine demokratische Rechtsordnung werden nicht von au\u00dfen kommen. Die Gefahren schlummert im Inneren, wenn B\u00fcrger apathisch (wohlstandsapathisch in unseren heutigen Zeiten)\u00a0 werden und eine kleine Elite &#8211; ob in Regierung, Justiz oder Banken &#8211; unkontrolliert Macht ansammelt.<\/p>\n<p>All diese weitblickenden Warnungen Jeffersons wurden in den letzten 250 Jahren &#8211; mal mehr, mal weniger &#8211; aber in den meisten F\u00e4llen vors\u00e4tzlich ignoriert. Und seitdem ein amerikanischer Historiker das &#8222;Ende der Geschichte&#8220; postuliert hat, befinden sich die westlichen Demokratien auf dem halben Weg einer Rolle r\u00fcckw\u00e4rts in die Autokratie, indem der Entstehung undemokratischer Machtstrukturen inmitten ihrer Rechtsordnung unt\u00e4tig-phlegmatisch zugesehen wird. Zu diesen Strukturen geh\u00f6ren u.a. privilegierte, undurchschaubare Finanzsysteme, gleichfalls privilegierte Konzernoligopole und ein weltumspannendes Informationssystem, das gleicherma\u00dfen von einem Oligopol dominiert wird, n\u00e4mlich dem der m\u00e4chtigen Nachrichtenagenturen. Nicht zu vergessen in dieser summarisch gehaltenen Aufz\u00e4hlung: die Geheimdienste und das jeweilige Milit\u00e4r. Sie stellen teilautonome, dezidiert mit autokratischen Z\u00fcgen versehene Machtzellen innerhalb der demokratischen Gesellschaften dar.<\/p>\n<p>Wir haben es hier mit einem demokratisch nicht legitimierten Wildwuchs von Machtstrukturen zu tun. Die seit einigen Jahrzehnten bestehende faktische Geldherrschaft hat uns inzwischen ein gesellschaftliches Ambiente beschert, das die Propagandisten einer militaristischen und gro\u00dfe Konzerne beg\u00fcnstigenden Politik mit lukrativen Posten belohnt, wogegen der Mittelstand, die Selbst\u00e4ndigen und all jene, die tagt\u00e4glich die unersetzliche M\u00fche aufbringen, das reibungslose Funktionieren unserer Gesellschaft zu gew\u00e4hrleisten, auf vielf\u00e4ltige Art an den Rand gedr\u00e4ngt werden. Wer sich also diesem Kurs anpasst, schwimmt im Strom des Opportunismus und nat\u00fcrlich des Zeitgeistes. Wer Wahrheit und Fairness sucht, wird meist auf eine diskret-unauff\u00e4llige Weise beiseite gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Es ist nicht mehr zu \u00fcbersehen: Das dauerhafte Ignorieren der Mahnungen Jeffersons und seiner Mitstreiter hat unsere Zivilisation in die aktuellen milit\u00e4rischen Konflikte gef\u00fchrt. Diese Konflikte dienen ausschlie\u00dflich den Interessen einer zahlenm\u00e4\u00dfig verschwindend geringen internationalen Elite, und das enorme Eskalationspotential dieser Konflikte wird von den Medien und von der Politik auf eine Weise ignoriert und heruntergespielt, die in h\u00f6chstem Ma\u00dfe haneb\u00fcchen und unverantwortlich ist.<\/p>\n<p>Grund zum Jubeln haben &#8211; wie zu allen Zeiten &#8211; jene, die das gegenseitige Abschlachten auf dem &#8222;Kriegspfad&#8220; \u00fcberhaupt erm\u00f6glichen. Heute sind das die R\u00fcstungskonzerne. Dabei ist die enge Verflechtung des transnationalen Finanzimperiums mit dem Milit\u00e4risch-Industriellen Komplex (MIC) hervorzuheben. Bereits w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges hatte namentlich die Gro\u00dfbank J.P. Morgan die jahrhundertealte Praxis, L\u00e4ndern R\u00fcstungsk\u00e4ufe auf Kreditbasis zu erm\u00f6glichen, in kriegsentscheidende Dimensionen gesteigert. So wurden bereits vor gut 100 Jahren die Grundlagen daf\u00fcr gelegt, dass R\u00fcstungsgesch\u00e4fte und milit\u00e4rische Konfliktverwaltung sowie das Heraufbeschw\u00f6ren neuer Konflikte und Interventionen sich zu den profitabelsten Gesch\u00e4ftsmodellen \u00fcberhaupt mauserten.\u00a0 Den f\u00e4lligen Preis bezahlt \u2026 Der geneigte Leser m\u00f6ge den Satz nach bestem Wissen und Gewissen vervollst\u00e4ndigen!<\/p>\n<p>Und es gibt den ber\u00fchmten &#8222;Dreht\u00fcreffekt&#8220;: Dieser sorgt daf\u00fcr, dass der interessengetriebene Automatismus s\u00e4mtliche Komponenten obiger Systeme koordiniert einschlie\u00dft. So wechseln nicht wenige hohe Offiziere in die R\u00fcstungsindustrie, deren Ums\u00e4tze sie im Zuge ihrer Milit\u00e4reins\u00e4tze zuvor gepusht haben. Personen aus der R\u00fcstungsindustrie werden daf\u00fcr in politische Posten gehoben, wo sie ihren Ex-Arbeitgebern staatliche Auftr\u00e4ge bescheren. Dieses System arbeitet uhrwerkartig und bar jeder zentralen Koordination an der Verschleppung und Neuschaffung von Konflikten.<\/p>\n<p>Und der B\u00fcrger?<\/p>\n<p>Und die angeblich B\u00fcrgerinteressen vertretende Politik?<\/p>\n<p>Sie &#8211; der B\u00fcrger und die Politik &#8211; sind nat\u00fcrlich nicht zu untersch\u00e4tzende Faktoren in dem obigen Konstrukt. Aber der B\u00fcrger ist unzuverl\u00e4ssig, von demokratischem Gedankengut \u00fcberfordert und oft aufm\u00fcpfig. Und die Politik ist bekanntlich seit jeher r\u00fcckgratlos. Also sch\u00fctzt sich das System vor der gewiss leicht nachvollziehbaren Ablehnung durch den B\u00fcrger dadurch, dass die Politik in eine Polarisierung von zwei miteinander verfeindeten Lager, Konservative und Linke, getrieben wird, wo diese ihren jeweiligen ideologischen Energiestau hemmungslos (unter anderem auch in weltbewegenden Sonntagsreden!) entladen und kanalisieren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Als Ergebnis gut durchdachter, polarisierender Medieneinfl\u00fcsse nehmen sich Linke und Konservative als erbitterte Gegner oder gar Feinde wahr, w\u00e4hrend es quer \u00fcber nahezu alle Parteigrenzen hinweg narzisstische und verantwortungsferne Fassadendemokraten, die ihren Narzissmus regelm\u00e4\u00dfig zur Tr\u00e4nke f\u00fchren m\u00fcssen, eine Politik verwalten, die einer Gegenwart und leider auch einer Zukunft in Frieden, Freiheit und authentischer Rechtsstaatlichkeit im Wege stehen.<\/p>\n<p>Der &#8222;Strandkorb-Bubi&#8220; ist ein winziges aber typisches und dadurch unerl\u00e4ssliches R\u00e4dchen in diesem System.<\/p>\n<p>Aber ach, er kann doch nichts daf\u00fcr \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ich noch sagen wollte \u2026 &nbsp; Er kann nichts daf\u00fcr. 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