{"id":5252,"date":"2026-08-12T14:16:40","date_gmt":"2026-08-12T12:16:40","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=5252"},"modified":"2026-08-12T14:26:30","modified_gmt":"2026-08-12T12:26:30","slug":"5252","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2026\/08\/12\/5252\/","title":{"rendered":","},"content":{"rendered":"<p>(KETZERISCHE) ERW\u00c4GUNGEN  (Teil 1)<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien hat seit dem 20. Juli einen neuen Premierminister: Andy Burnham.<br \/>\nWenn Politiker der westlichen Welt in so eine Position gelangen, achtet die \u00d6ffentlichkeit m\u00e4chtig darauf, welcher anderen politischen Pers\u00f6nlichkeit der Neugew\u00e4hlte die Ehre des ersten Zusammentreffens erweist. Und siehe:<br \/>\nDer britische Labourmann empf\u00e4ngt Wolodymyr Selenskyj!<br \/>\nGratulation!<br \/>\nNat\u00fcrlich ist das kein Zufall. Es ist ein Statement.<br \/>\nUnd dieses Statement reiht sich reibungslos ein in eine lange Kette von inhaltlich \u00e4hnlichen Statements und der darauf folgenden politischen Weichenstellungen. Und das gilt nicht nur f\u00fcr die letzten 5 Jahre und auch nicht nur f\u00fcr Gro\u00dfbritannien. Nein, die lange und uns\u00e4gliche Kette ist fast schon 200 Jahre alt und belegt Europa mit einem wahren Fluch nahezu durchwegs negativer zivilisatorischer Folgen.<br \/>\nEs ist eine leichte Kunst: die Schwarz-Wei\u00df-Malerei.<br \/>\nBei der Schilderung historischer Begebenheiten findet sie gerne Verwendung, da Graut\u00f6ne und Nuancen den zu transportierenden &#8222;Wahrheiten&#8220; in historischen Darstellungen nicht zutr\u00e4glich sind. Nuancen st\u00f6ren, sie st\u00f6ren das Weltbild, das &#8211; nicht selten trotz besseren Wissens und zahlreicher Mahner &#8211; durch diese &#8222;Wahrheiten&#8220; verteidigt werden soll und muss.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich alles im Namen hehrer Ideale: Wahrheit und Gerechtigkeit.<br \/>\nHerrschenden und der von ihnen verbreiteten Weltsicht &#8211; das ist wohl eine der essenziellen Lehren der Menschheitsgeschichte &#8211; sollte man stets mit einer gesunden und wohldosierten Skepsis entgegentreten. Nichts korrumpiert mehr als Geld und Macht und das in s\u00e4mtlichen bekannten Gesellschaftsordnungen und zu allen Zeiten.<br \/>\n&#8222;Die Wahrheit&#8220; war immerfort das leidvolle Opfer dieser allzu menschlichen Neigungen schlechthin.<br \/>\nZur\u00fcck derweil zu dem oben erw\u00e4hnten britischen Statement.<br \/>\nEs ist ein weiteres Glied einer langen verh\u00e4ngnisvollen Kette europ\u00e4ischer politisch-milit\u00e4rischer Entscheidungen.<br \/>\nFehlentscheidungen.<br \/>\nHier &#8211; bevor es weitergeht &#8211; gleich eine Einordnung dessen, was nun folgt:<br \/>\nDa ich mit meinen unter Actaseptimana dargebotenen Meinungen von niemanden abh\u00e4ngig bin, da f\u00fcr mich das ber\u00fchmte &#8222;Wes Brot ich ess, des Lied ich sing\u2019&#8220; nicht gilt, bin ich in der seltenst anzutreffenden gl\u00fccklichen Lage, auf niemanden au\u00dfer meinem Gewissen und meinem Geschichtsverst\u00e4ndnis R\u00fccksicht nehmen zu m\u00fcssen.<br \/>\nDabei bin ich nicht so vermessen, zu glauben, dass ich &#8222;die Welt&#8220; und &#8222;die Geschichte&#8220; durchschaue.<br \/>\nAllerdings auch nicht so beschr\u00e4nkt, alles zu glauben, was die jeweiligen Herrschenden und im Besonderen der jeweilige Zeitgeist mir als &#8222;Wahrheit&#8220; verkaufen wollen!<br \/>\nAlso, los geht&#8217;s:<br \/>\nZweihundert Jahre Russophobie. Ja, dar\u00fcber will ich referieren und vor allem dar\u00fcber, wie Europa seit 200 Jahren es regelm\u00e4\u00dfig schafft, seine ureigensten Interessen, seine Sicherheit und sein Wohlergehen mit F\u00fcssen zu treten!<br \/>\nKnapp zweihundert Jahre seitdem Europa nach zahllosen mittelalterlichen Irrungen und Wirrungen es in der Neuzeit erneut geschafft hat, seine eigenen Sicherheitsinteressen zu untergraben.<br \/>\nGeschichte ist daf\u00fcr da, um zu warnen.<br \/>\nDie Warnungen verhallen.<br \/>\nVorab will ich jene These benennen, die ich im folgenden zu erl\u00e4utern versuchen werde:<br \/>\nZu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte &#8211; insbesondere in den uns relativ zug\u00e4nglichen letzten 3 Jahrtausenden &#8211; waren die Beziehungen zwischen den Staaten gepr\u00e4gt von (geopolitischen) Interessen. An diesem historisch-politischen Postulat ist nichts zu deuteln.<br \/>\nEuropa hat seit Mitte des 19. Jahrhunderts den Frieden mit dem russischen Imperium wiederholt abgelehnt. Selbst dann, wenn eine friedliche L\u00f6sung m\u00f6glich war, oder diese Ablehnung sich als zutiefst kontraproduktiv erwiesen hat. Seit dieser Zeit gelten die Sicherheitsinteressen Russlands nicht mehr als legitime Interessen, die in einer breit aufgestellten europ\u00e4ischen Ordnung verhandelt werden sollten, sondern als moralische Verst\u00f6\u00dfe, die bek\u00e4mpft, kontrolliert, gegebenenfalls ignoriert werden m\u00fcssen. Europa weigert sich seit knapp 200 Jahren, Russland als legitimen und gleichberechtigten Sicherheitsakteur anzuerkennen. Ein eklatanter Versto\u00df gegen die eigenen geopolitischen Interessen.<br \/>\nSoweit meine These.<br \/>\nBekanntlich hat Europa im Laufe seiner Geschichte in zahllosen F\u00e4llen Gewalt angewendet, um eigene imperiale Neigungen gnadenlos durchzusetzen. Das war und ist in europ\u00e4ischer Wahrnehmung normal und legitim. Wenn Russland ein \u00e4hnliches Gebaren zeigt, insbesondere in der N\u00e4he russischer Grenzen, gilt das von Natur aus moralisch verwerflich und geopolitisch destabilisierend. Die europ\u00e4ische Russophobie ist in den meisten F\u00e4llen keine emotionale Feindseligkeit gegen\u00fcber dem russischen Volk oder der russischen Kultur, sondern eine strukturelle Voreingenommenheit, die tief im europ\u00e4ischen Sicherheitsdenken wurzelt und die (leider!) regelm\u00e4\u00dfig die Sicherheit und das Wohlergehen des Kontinents torpediert. Die Ursachen des wiederholten Versagens Europas, in Frieden mit Russland zu leben, hat demnach tiefere Wurzeln und wurden nicht von Putin, der 70-j\u00e4hrigen kommunistischen Herrschaft oder anderweitigen Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts verursacht.<br \/>\nDieses Versagen ist \u00e4lter und ist struktureller Natur. Bei wichtigen geopolitischen Momenten in der neueren Geschichte Europas wurden die Sicherheitsbedenken Russlands nicht als ernstzunehmende oder gar legitime Verhandlungsinteressen wahrgenommen. Sie wurden schlichtweg zu moralischen Verst\u00f6\u00dfen deklariert.<br \/>\nGerade mal zwei Generationen nach Napoleons Niederringung durch die vereinten europ\u00e4ischen Milit\u00e4rkr\u00e4fte galt noch der redliche Grundsatz: Der Frieden erfordert, dass sich die Gro\u00dfm\u00e4chte gegenseitig als legitime Akteure akzeptieren und Krisen durch m\u00f6glichst zeitnahe Konsultationen bew\u00e4ltigen. Von D\u00e4monisierung war da noch keine Rede.<br \/>\nAb Mitte des 19. Jahrhundert \u00e4ndern sich diese allseits akzeptierten Rahmenbedingungen. Sie werden getragen von der imperialen Weltsicht der damaligen Gro\u00dfm\u00e4chte England und Frankreich. Pl\u00f6tzlich war Russland f\u00fcr London und Paris keine Gro\u00dfmacht mehr wie jede andere, sondern eine Gefahr f\u00fcr &#8222;die Zivilisation&#8220;, deren Interessen, selbst im lokalen und defensiven Belangen, als von Natur aus expansiv und daher inakzeptabel eingeordnet werden mussten.<br \/>\nDer Krimkrieg(1853-1856) war die erste entscheidende Manifestation der neuen Weltsicht. Diese Konfrontation war alles andere denn &#8222;notwendig&#8220; im strengen strategischen Sinne. &#8222;Dem Russen eins auswischen&#8220; war ganz im Sinne des englischen Imperialismus und im Sinne Napoleons III, der au\u00dfenpolitische Erfolge f\u00fcr innenpolitische Legitimation dringend ben\u00f6tigte. Der Krimkrieg war ein klassischer Eskalationskrieg. Urspr\u00fcnglich ging es um ein erneutes, eher harmlos-l\u00e4cherliches S\u00e4belrasseln zwischen Russland und dem Osmanischen Reich. Paris und vor allem London(!) haben bewusst aus einem regionalen und bilateralen Konflikt zwischen Russen und T\u00fcrken einen europ\u00e4ischen gemacht, um Russland zu schw\u00e4chen. F\u00fcr Europa waren die Folgen verheerend. Abgesehen von massiven menschlichen Verlusten leitete dieser Krieg zwei wichtige Ph\u00e4nomene ein, die seit damals die Geschicke unseres Kontinents pr\u00e4gen: Zum einen das Fehlen einer dauerhaften, austarierten Sicherheitsarchitektur, zum anderen die Konsolidierung eines uns\u00e4glichen ideologischen Reflexes, der Russland nunmehr als Paria unter den &#8222;normalen&#8220; Gro\u00dfm\u00e4chten einordnet und entsprechend behandelt.<br \/>\nMit dem Ende des Krieges begann die \u00c4ra der anhaltenden innereurop\u00e4ischen Feindseligkeiten in der modernen Epoche und die Zeit, da die Bew\u00e4ltigung nachfolgender Krisen immer beschwerlicher, ja unm\u00f6glich, wurden.<br \/>\nDas n\u00e4chste Kapitel antirussischen Gebarens er\u00f6ffnete die 1917 stattgefundene kommunistische Revolution. Als das Zarenregime gest\u00fcrzt wurde, bewegte sich der Westen nicht weg von Rivalit\u00e4t hin zu Neutralit\u00e4t, sondern im Gegenteil, er w\u00e4hlte den blutigen Weg der aktiven Intervention, da die Idee der Existenz eines souver\u00e4nen, bolschewistischen Staates au\u00dferhalb der westlichen Vormundschaft als unertr\u00e4glich erschien. Nat\u00fcrlich gibt es jede Menge historischer und ideologischer Rechtfertigungen bez\u00fcglich dieser westlichen Intervention. Sie m\u00fcssen ernst genommen und k\u00f6nnen keineswegs geleugnet werden. Aber genauso ernst sind die Folgen zu nehmen, die diese Intervention im politischen und kulturellen Ged\u00e4chtnis des russischen Volkes verursacht haben. Die Russen nahmen sehr genau die Doppelmoral des Westens wahr, wenn es um Frieden, Freiheit und Ordnung ging, jenes Janusgesicht und jene Doppelz\u00fcngigkeit westlicher politisch-moralischer Werte. \u00dcbrigens: Historische Berichte unterstreichen einstimmig die Wirksamkeit, mit der die Bolschewiki die Pr\u00e4senz der fremden Truppen f\u00fcr Propaganda- und Legitimit\u00e4tszwecke ausnutzten. Mit anderen Worten: Der Versuch, den Bolschewismus &#8222;zu brechen&#8220;, hat zur St\u00e4rkung des Regimes beigetragen, das es zu zerst\u00f6ren versuchte.<br \/>\nDiese Dynamik zeigt einen auff\u00e4lligen &#8222;Kreislauf&#8220; der Geschichte: Russophobie erweist sich f\u00fcr Europa als kontraproduktiv und zwingt folgerichtig Politiker zu Entscheidungen, die weit entfernt davon sind, die eigentlichen Probleme zu l\u00f6sen. Was bleibt, sind Unzufriedenheit und Sicherheits\u00e4ngste in Russland, die westliche Politiker dann schlichtweg als Irrationalit\u00e4t und Paranoia abtun.<br \/>\nDer schlie\u00dflich von fremden Truppen befreite Sowjetstaat war bitterarm, traumatisiert und sichtlich misstrauisch. Aber unbestreitbar: souver\u00e4n. Hier stand Resteuropa nun erneut vor der Wahl: Russland als legitimen Akteur im Bereich der Sicherheit zu akzeptieren, oder als Paria, dessen Interessen und Bedenken nichts anderes als hochm\u00fctige Ignoranz verdienten. Europa w\u00e4hlte die zweite Option. Der Preis daf\u00fcr war f\u00fcr s\u00e4mtliche V\u00f6lker Europas exorbitant.<br \/>\nDie UdSSR wurde toleriert, wenn sie britischen und franz\u00f6sischen Interessen diente, ansonsten wurde das Riesenreich marginalisiert. Und die Gefahr, die von dem immer m\u00e4chtiger werdenden Nazi-Deutschland ausging, wurde als weniger brenzlich erachtet, als jene, die vermeintlich von dem Sowjetstaat herr\u00fchrte. Die Sowjets haben nachhaltige und gut dokumentierte Anstrengungen unternommen, um ein europ\u00e4isches Sicherheitssystem gegen Nazi-Deutschland zu etablieren. Diese Bem\u00fchungen sind jedoch &#8211; in einer gewissen Weise sicherlich verst\u00e4ndlich &#8211; an einer westeurop\u00e4ischen ideologischen Mauer abgeprallt, an der der Antikommunismus Vorrang vor dem Antifaschismus hatte. London und Paris waren weniger besorgt \u00fcber die Drohgeb\u00e4rden der Nationalsozialisten als \u00fcber die politischen Konsequenzen einer Zusammenarbeit mit der UdSSR. Diese Fehleinsch\u00e4tzungen waren das Produkt einer tragisch-kurzsichtigen Weltanschauung, die den Nazi-Revisionismus als potentiell beherrschbar betrachtete, w\u00e4hrend sie die Sowjetmacht als von Natur aus subversiv wahrnahm.<br \/>\nDie Geschichte &#8222;verzeiht keine Fehler&#8220;. Es folgte das, was unter diesen Umst\u00e4nden naheliegend war: &#8222;Die B\u00f6sen&#8220; fanden zueinander, Berlin und Moskau suchten und fanden schlie\u00dflich jenen gemeinsamen Nenner, um k\u00fcnftig das Leben der europ\u00e4ischen Demokratien mehr als ungem\u00fctlich zu gestalten. Der Molotow-Ribbentrop-Pakt war nicht die Ursache f\u00fcr das Scheitern Europas, sondern seine Folge, nachdem London und Paris sich jahrelang weigerten, kollektive Sicherheit mit der Sowjetunion aufzubauen.<br \/>\nDas katastrophale Ergebnis ist wohlbekannt. S\u00e4mtliche V\u00f6lker Europas haben &#8211; einige mehr, andere weniger &#8211; einen noch nie dagewesenen hohen Blutzoll entrichten m\u00fcssen und enorme materielle Zerst\u00f6rungen erlitten. F\u00fcr Mittel- und Westeuropa bedeutete das Inferno des Zweiten Weltkriegs auch den Verlust jeder faktischen geopolitischen Autonomie. Der Krieg, den Europa nicht verhindern konnte, zerst\u00f6rte endg\u00fcltig seine Jahrhunderte alte geopolitische Machtbasis, hinterlie\u00df \u00fcberall in jeder Hinsicht verst\u00f6rte Gesellschaften und reduzierte fortan die Rolle des alten Kontinents auf das eines potentiellen Schlachtfeldes, wo sich die hasserf\u00fcllte Rivalit\u00e4t der neuen Superm\u00e4chte USA und UdSSR  ungeniert austoben durfte.<br \/>\nDas keineswegs freiwillige B\u00fcndnis der drei M\u00e4chte USA, Gro\u00dfbritannien und der UdSSR gegen Nazideutschland hielt erwartungsgem\u00e4\u00df nicht lange Zeit. Aus dem B\u00fcndnis wurde Konfrontation. Zun\u00e4chst haben die Westm\u00e4chte einsehen m\u00fcssen, dass dadurch, dass die UdSSR die Hauptlast des Krieges getragen haben, diese ein nachvollziehbares Sicherheitsinteresse hatte, dass von deutschen Boden k\u00fcnftig keine weitere Bedrohung ausgehen durfte. Deutschland sollte im wahrsten Sinne des Wortes &#8222;neutralisiert&#8220; werden. Deutschlands Neutralit\u00e4t und dauerhafte Entmilitarisierung bildeten aus sowjetischer Sicht die Mindestbedingungen f\u00fcr eine stabile Nachkriegsordnung. Das wurde so auch auf der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 festgelegt.<br \/>\nEs sollte bekanntlich anders kommen. Deutschland wurde in Zonen aufgeteilt, wo die Besatzungsm\u00e4chte ihre jeweilige Weltsicht den traumatisierten Deutschen aufoktroyierten. Zun\u00e4chst starb bei diesen M\u00e4chten der Wille zur Aufrechterhaltung des Gedankens an die Neutralit\u00e4t der Deutschen, dann kamen die politischen Vorstellungen bez\u00fcglich der Einheit des besiegten Landes und schlie\u00dflich jene der Entmilitarisierung abhanden. Geopfert wurden die Vereinbarungen von Potsdam zugunsten der neuen strategischen und geopolitischen Priorit\u00e4ten der USA und Gro\u00dfbritannien. Insbesondere priorisierten die USA die wirtschaftliche Erholung der drei westlichen Besatzungszonen und ihre Einbindung in ein westeurop\u00e4isches Wirtschafts- und Milit\u00e4rsystem, weil ihnen die Variante der Neutralit\u00e4t Gesamtdeutschlands zu sehr den Interessen der Sowjets dienlich erschien. Die UdSSR, einst ein unverzichtbarer Verb\u00fcndeter, wurde jetzt als potentieller Gegner neu definiert, deren Einfluss in Europa und in der Welt unter allen Umst\u00e4nden unter Kontrolle gehalten werden mu\u00dfte.<br \/>\nEs sollte aber noch dicker kommen. Nunmehr kreiste das gesamte geopolitische Denken der Vereinigten Staaten um die erfolgreiche Eind\u00e4mmung der kommunistischen Machtinteressen der Sowjets. Der Kalte Krieg war geboren. Und das Schicksal s\u00e4mtlicher europ\u00e4ischer Nationen hatte sich dieser weltweiten politischen Gro\u00dfwetterlage zu unterwerfen. Fortan bestimmten die atomar aufger\u00fcsteten Superm\u00e4chte USA und Sowjetunion die Geschicke des alten Kontinents. Keine der wegweisenden Potsdamer Beschl\u00fcsse wurden jemals in die Tat umgesetzt. Vielmehr wurde alles, was nun in Europa und in der Welt passierte, den strategischen \u00dcberlegungen der zwei Gro\u00dfm\u00e4chte untergeordnet. Europa ist zu einem Spielball dieser M\u00e4chte degradiert worden und musste ohnm\u00e4chtig zulassen, in eine Konfrontation getrieben zu werden, die ihren ureigensten Interessen v\u00f6llig zuwiderlief.<br \/>\nGechichte verzeiht eben keine Fehler.<br \/>\n(Fortsetzung folgt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KETZERISCHE) ERW\u00c4GUNGEN (Teil 1) Gro\u00dfbritannien hat seit dem 20. Juli einen neuen Premierminister: Andy Burnham. 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