{"id":4837,"date":"2026-02-06T16:57:00","date_gmt":"2026-02-06T15:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=4837"},"modified":"2026-02-06T17:10:28","modified_gmt":"2026-02-06T16:10:28","slug":"4837","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2026\/02\/06\/4837\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>TANZ AUF DEM VULKAN<\/p>\n<p>Meine Gedanken kreisen immer noch um die Worte des Stellvertreters Christi auf Erden. (siehe vorigen Beitrag)<br \/>\nSie wissen schon, was ich meine: &#8222;Eine neue Sprache im Stile von Orwell&#8220; habe sich in der westlichen geistigen Hemisph\u00e4re entwickelt, die Papst Leo XIV mit unverbl\u00fcmter Klarheit gei\u00dfelt. Da ist nichts zu besch\u00f6nigen: Leos Worte sind ein schmerzhafter Paukenschlag f\u00fcr alles, was mit links-woker Ideologie Gassi geht!<br \/>\nUnd wir haben da noch die &#8222;Causa G\u00fcnther&#8220;, und ich glaube auch diesmal, dass die Leser dar\u00fcber recht gut informiert sind:<br \/>\nAuf die Frage von Markus Lanz, ob Medien, die den heute in Amt und W\u00fcrden stehenden Politikern allzu sehr an den Karren fahren, reguliert, zensiert oder gar verboten werden m\u00fcssten, antwortete der CDU-Ministerpr\u00e4sident mit einem unzweideutigen: &#8222;JA&#8220;. Also: Zensur. Ein Unwort in Westeuropa, sp\u00e4testens seit 1945. Na dann: Willkommen in dem besten Deutschland, das es jemals gegeben hat!<br \/>\n\u00dcbrigens: Die neueste Wendung &#8211; etliche Tage nach dem erw\u00e4hnten Interview &#8211;  die in dieser Causa tragikomischer nicht sein kann: Herr G\u00fcnther will der deutschen \u00d6ffentlichkeit weismachen, dass er obige \u00dcberzeugungen nicht als Ministerpr\u00e4sident, sondern als Privatperson ge\u00e4u\u00dfert hat! Da fasst man sich einer Schnappatmung nahe an den Kopf&#8230;<br \/>\nVerweilen wir noch etwas bei Herrn MP G\u00fcnther und betrachten seine Gesinnung im Zusammenhang mit den p\u00e4pstlichen Worten.<br \/>\nWas ich n\u00e4mlich erst neulich in Erfahrung gebracht habe: Papst Leo und MP G\u00fcnther verbindet ihre gemeinsame Religion, beide sind r\u00f6misch-katholisch. Das wird wohl zur Folge haben, dass der deutsche Ministerpr\u00e4sident in der n\u00e4chsten Zeit mit allergr\u00f6\u00dfter Wahrscheinlichkeit einen weiten Bogen um den Vatikan machen wird, sollte er keine besondere Lust versp\u00fcren, vom Chef der eigenen Kirche einen R\u00fcffel verpasst zu bekommen. Der geistige Mittelpunkt des hunderte Jahre alten Erzkonservatismus, der Vatikan, soll also einem progressiven deutschen Ministerpr\u00e4sidenten Nachhilfeunterricht in puncto Meinungsfreiheit erteilen! Ich gebe unumwunden zu:<br \/>\nGeistig und historisch ist das schwer, wirklich schwer einzuordnen!<br \/>\nS\u00e4mtliche Generationen der letzten drei bis vier Jahrhunderte wurden ausgiebig \u00fcber die Sprech- und Denkverbote der katholischen Kirche unterrichtet und auch dar\u00fcber, dass es zu allen Zeiten progressive geistige Str\u00f6mungen und unangepasste, unorthodoxe Individuen immerfort gegen diese Verbote einst\u00fcrmten. Mit Verbl\u00fcffung stellen wir nun fest:<br \/>\nDie Welt steht kopf! Der Vatikan geriert sich zum Verteidiger der Meinungsfreiheit und die selbsternannten progressiven Kr\u00e4fte sind jene, die mit Zensur und Verbotsfantasien die Freiheit des Wortes infrage stellen. Man kann es drehen und wenden wie man will: Es geht auch heute &#8211; wie ehemals in den Jahrhunderten vor der Aufkl\u00e4rung &#8211; nicht um die Wahrheit, sondern lediglich um Macht. Im sp\u00e4ten Mittelalter waren die Progressiven in den Augen der allm\u00e4chtigen katholischen Kirche H\u00e4retiker, Finsterlinge, Gottesl\u00e4sterer. Heute werden all jene, die den Eliten in Politik und Gesellschaft zu nahe treten, im besten Falle zu Populisten erkl\u00e4rt, wenn nicht gleich zu &#8222;Feinden der Demokratie&#8220;. So wie Herr G\u00fcnther es bei Lanz getan hat.<br \/>\nEin Dilemma. Werden unsere definitiv linkslastigen politischen Entscheidungstr\u00e4ger die p\u00e4pstlichen Worte als einen &#8222;Weckruf&#8220; verinnerlichen?<br \/>\nDavon kann man nicht ausgehen.<br \/>\nDer linke Zeitgeist erodiert, er passt nicht mehr in unsere Zeit. Das sp\u00fcren die Linken und sie schlagen um sich wie immer in der Geschichte, wenn die M\u00e4chtigen des jeweiligen historischen Moments ihren Abgesang vor Augen hatten. Progressiv sein hie\u00df fr\u00fcher, innerlich Fanfarenkl\u00e4nge eines k\u00fcnftigen verhei\u00dfungsvollen Zeitalters erklingen zu lassen. Kritik an den Herrschenden war ein Kennzeichen der Aufkl\u00e4rung und galt immer schon als hehre linke Tugend. Aber auch linke Selbstkritik geh\u00f6rte lange Zeit zu den wesenhaften Qualit\u00e4ten linken Denkens. Das ist aber f\u00fcr die neuen Eliten anscheinend undenkbar. Heute sind die Linken r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Marionetten ihrer eigenen br\u00e4sigen Ideologie. Vor Jahrzehnten war Linkssein erf\u00fcllt von intellektuellem Glanz &#8211; zumindest in Westeuropa. Heute verspr\u00fchen sie Kleingeistigkeit und eine triste Verbohrtheit.<br \/>\nLinkes Gedankengut und das s\u00fc\u00dfe Gift sozialistischer Versprechungen sind indes unausrottbar.<br \/>\nEs existiert ein eher unbekanntes Buch eines russischen Mathematikers und Philosophen verfasst in den Zeiten des Kalten Krieges: &#8222;Der Todestrieb in der Geschichte&#8220;. Igor Schafarewitsch hie\u00df der auch \u00fcber die Grenzen der damaligen UDSSR bekannte Mathematiker. F\u00fcr ihn sind sozialistische und kommunistische Ideen nichts anderes als geistige Angelpunkte des merkw\u00fcrdigen menschlichen Strebens zur Selbstvernichtung, sozusagen eine Form des freudschen Todestriebes, deren Gefahr insbesondere darin besteht, dass sie sich hinter Anspr\u00fcchen auf soziale Gerechtigkeit und Wissenschaftlichkeit versteckt.<br \/>\nSp\u00e4testens Ende der 70-er Jahre des vorigen Jahrhunderts haben die (gelegentlich!) Austern schl\u00fcrfenden und Champagner genie\u00dfenden Linken Westeuropas erkannt, dass die Proletarier in den eigenen L\u00e4ndern &#8211; dem existentiellen Elend durch den enormen wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt entronnen &#8211; alles andere denn Lust auf linksrevolution\u00e4res Gebaren versp\u00fcrten. Daraufhin verlagerte sich der Fokus des linken ideologischen Gerassels auf die Gesellschaften in den ehemaligen europ\u00e4ischen Kolonien und anderen Gebieten, wo einstens europ\u00e4ischer (Un)Geist wehte. Kultstatus erlangten somit Typen wie Mao, Che Guevara und Fidel Castro. Diese Jungs und ihre weltrettenden Ideenkonstrukte sind nun wiederum Schnee von gestern auch und vor allem deshalb, weil ihre Vorstellungen sich nicht nur nicht im menschlichen Alltag bew\u00e4hrt haben, sondern an wirtschaftlicher und sozial-politischer Torheit und Absurdit\u00e4t nicht zu \u00fcbertreffen waren.<br \/>\nLinkes Gedankengut ist also unausrottbar und so zieht die internationale linke Karawane unaufhaltsam weiter auf der Suche nach neuen Opfer. In den Businesspl\u00e4nen der heutigen linken und woken Aktivisten spielen seit geraumer Zeit arabische und Sub-Sahara-Migranten die erste Geige des in diesem ideologischen Kontext so wichtigen Opferdaseins.<\/p>\n<p>Schafarewitsch, der russische Mathematiker, der stalinistische Zeiten bewusst erlebt hat, wusste, wor\u00fcber er schrieb:<br \/>\nSozialistisches und kommunistisches Ideengut entsteht immer dann und dort, wo Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unfreiheit herrschen. Aber er wusste auch:<br \/>\nIn dem Augenblick, da Sozialisten und Kommunisten den Alltag der Menschen und deren gesellschaftliches Zusammenleben organisieren d\u00fcrfen und sollen, verk\u00fcnden und bewirken sie ungleich gr\u00f6\u00dfere Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unfreiheit.<br \/>\nGeschichte wiederholt sich fortw\u00e4hrend, immerzu anders verpackt und anders dargeboten und nat\u00fcrlich mit stets neuen Protagonisten.<\/p>\n<p>Nicht selten geb\u00e4rdet sich das jeweils dargebotene historische Spektakel wie ein Tanz auf dem Vulkan. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TANZ AUF DEM VULKAN Meine Gedanken kreisen immer noch um die Worte des Stellvertreters Christi auf Erden. (siehe vorigen Beitrag) Sie wissen schon, was ich meine: &#8222;Eine neue Sprache im Stile von Orwell&#8220; habe sich in der westlichen geistigen Hemisph\u00e4re entwickelt, die Papst Leo XIV mit unverbl\u00fcmter Klarheit gei\u00dfelt. 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