{"id":4409,"date":"2025-07-10T11:56:58","date_gmt":"2025-07-10T09:56:58","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=4409"},"modified":"2025-07-10T12:03:53","modified_gmt":"2025-07-10T10:03:53","slug":"4409","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2025\/07\/10\/4409\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>                                                     ++++<\/p>\n<p>Wenn es um einen sportlich und medial relevanten Boxkampf geht, ist in den meistens F\u00e4llen einer der Kontrahenten der Titelverteidiger. Der andere: der Herausforderer. Vor dem Kampf treten sie vor die Presse und erl\u00e4utern vollmundig, warum der Gegner im anstehenden Kampf keine Chancen haben wird. Solch ein Gebaren kann prinzipiell auf geopolitisch motiviertes Verhalten von Staaten \u00fcbertragen werden.<br \/>\nSo geschehen in der k\u00fcrzlich stattgefundenen milit\u00e4rischen Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.<br \/>\nIm Boxkampf verteidigt der eine seinen Titel.<br \/>\nDie Vereinigten Staaten sind in den Ring gestiegen, um der ganzen Welt nach Jahren politischer Zur\u00fcckhaltung den erneuten Anspruch als globale Ordnungsmacht geltend zu machen.<br \/>\nTeheran als eher naiver Herausforderer hat sich eine blutige Nase geholt. Das sind die Fakten.<br \/>\nMan kann das alles (wohlklingender w\u00e4re eher: man sollte das alles&#8230;) nat\u00fcrlich aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Es sind viele, die die amerikanische Aktion als Eskalation sehen. Andere wiederum sehen darin eine R\u00fcckkehr zur geopolitischen Wirklichkeit.<br \/>\nFakt ist: Die Weltlage ist heute im Prinzip genauso unver\u00e4ndert wie in den letzten 3 Jahrtausenden. Frieden entsteht nicht durch Wunschdenken, auch nicht durch gutgemeinte Demonstrationen (dort, wo sie halt erlaubt sind), auch nicht durch diplomatische Endlosschleifen. Frieden entsteht dort, wo eine entschlossene Macht klare Kante und keinen Widerspruch duldende F\u00fchrung zeigt. Ich pers\u00f6nlich und zahlreiche meiner Zeitgenossen sind darob alles andere als gl\u00fccklich. Andererseits ist die Leugnung von handfesten Realit\u00e4ten auch keine Option.<br \/>\nBarack Obama setzte auf Smartheit.<br \/>\nJoe Biden setzte mangels geistiger Frische auf Zur\u00fcckhaltung.<br \/>\nDonald Trump w\u00e4hlte die Abschreckung durch H\u00e4rte und Entschlossenheit.<br \/>\nUnd nun: Wer von den drei Pr\u00e4sidenten hat den richtigen Weg eingeschlagen? Das ist keineswegs eine rhetorische Frage, die Antwort wird, wie fast immer, erst die Zukunft bereitstellen.<br \/>\nVon der UNO hat sich Trump nicht beeinflussen lassen. Ohnehin &#8211; das sollte nicht unerw\u00e4hnt bleiben &#8211;  ist die UNO nur noch ein Schatten seiner selbst, ein Welt-Organ, das seinen eigenen Anspr\u00fcchen, die vor ca. 7 Jahrzehnten feierlich aufgesetzt wurden, nicht mehr gerecht werden kann. Nahezu zwei Drittel der Staaten, die zur Weltorganisation geh\u00f6ren, sind dezidiert autokratisch, gener\u00f6s islamfreundlich und hasserf\u00fcllte Gegner des Staates Israel.<br \/>\nOffenbar bedeutet &#8222;Amerika First&#8220; nun doch nicht, wie man gemeinhin schlussfolgern konnte, R\u00fcckzug auf inneramerikanische Angelegenheiten oder gar Isolationismus. Hier hat Trump auf eine neue Art amerikanische Machtanspr\u00fcche und Machtinteressen demonstriert, und zwar auf eine h\u00f6chst klare und konsequente Weise.<br \/>\nTeheran wei\u00df indessen allzu gut: allein schon der Gedanke an die begehrte Atombombe ist ein hochrisikobehaftetes Unterfangen.<br \/>\nDass die Lage im Nahen Osten durch die letzten milit\u00e4rischen Ereignisse nicht entsch\u00e4rft werden konnte, m\u00fcsste jedermann klar sein.<br \/>\nDieses Gebiet vom Libanon- und Karmelgebirge im Westen bis zur iranisch-afghanischen Grenze im Osten ist seit biblischen Zeiten eine Landschaft, wo das Innere der Erde nicht nur Unmengen an Gas und Erd\u00f6l beherbergt, sondern deren Erdoberfl\u00e4che in den vergangenen drei Jahrtausenden von einigen Tausend Hektoliter Blut getr\u00e4nkt wurde. Gro\u00dfe und kleine M\u00e4chte entstanden hier und verschwanden wieder auf einem Gebiet mit nie endend wollenden K\u00e4mpfen um strategische \u00dcberlegenheit.<br \/>\nTrump und Israel haben die strategische Tektonik der Region etwas verschoben. Mehr auch nicht.<br \/>\nGas. Erd\u00f6l. Geopolitik. Blut.<\/p>\n<p>                                                       ++++<\/p>\n<p>Der SPIEGEL hat vor einigen Wochen ein Gespr\u00e4ch mit Generalinspekteur Carsten Breuer \u00fcber die k\u00fcnftige bundesdeutsche Wehrhaftigkeit gef\u00fchrt. Hier nun ungek\u00fcrzt ein Leserbeitrag zu diesem Thema:<br \/>\n&#8222;Generalinspekteur Breuer meint, dass wir zum Motor der Abschreckung in Europa werden m\u00fcssen. Dieser Appell richtet sich an eine Gesellschaft, in der nach repr\u00e4sentativen Befragungen ein Gro\u00dfteil der Jugendlichen im Verteidigungsfall nicht bereit w\u00e4re, zur Waffe zu greifen, viele politische Protagonisten den Kriegsdienst verweigert haben, Schulen Jugendoffizieren der Bundeswehr immer noch den Zutritt verweigern, \u00fcber 70 Universit\u00e4ten sich mit einer Zivilklausel weigern, Milit\u00e4rforschung zu betreiben und die Bundeswehr schon jetzt an personeller Auszehrung leidet.<br \/>\nSo viel zur Fallh\u00f6he von Wunschdenken und Realit\u00e4t.&#8220;<br \/>\nWarum? Warum diese zum Himmel schreiende Diskrepanz zwischen dem gesunden Menschenverstand des Lesers und dem politisch motivierten Duktus des Generals?<br \/>\nUnw\u00fcrdig ist eine solche Diskrepanz.<br \/>\nEiner Demokratie unw\u00fcrdig. Diese Art von erb\u00e4rmlicher Widerspr\u00fcchlichkeit kenne ich pers\u00f6nlich und sie speist sich bei mir vornehmlich aus zwei Quellen:<br \/>\nZum einen war und ist diese Diskrepanz eine &#8222;tragende S\u00e4ule&#8220; eines jeden kommunistischen Regimes, dessen Funktionsmechanismen mir ungetr\u00fcbt und zuverl\u00e4ssig in Erinnerung geblieben sind.<br \/>\nZum anderen kann jeder, der Interesse an solchen Quellen bekundet, im Orwellschen Panoptikum f\u00fcndig werden.<br \/>\nUnd da w\u00e4re noch etwas: In der Diskussion um die Wehrpflicht und insbesondere um die Kriegst\u00fcchtigkeit der eigenen Bev\u00f6lkerung wird generell die allerwichtigste Frage konsequent umschifft: Ja, milit\u00e4rische Ausstattung und Technik sind von enormer Relevanz. Aber es geht um wesentlich mehr: Es geht um die entscheidende Frage, welches hohe Gut denn in den Kampfring geworfen wird, wof\u00fcr es sich lohnen sollte, das eigene Leben in einer wom\u00f6glich offenen Feldschlacht zu riskieren. Die &#8222;alte L\u00fcge&#8220;, dass es s\u00fc\u00df sei, f\u00fcrs Vaterland zu sterben, ist bereits seit dem Ersten Weltkrieg, aber gewiss seit dem Zweiten als etwas zutiefst Sinnwidriges und als unzeitgem\u00e4\u00dfe Torheit entlarvt worden. Das hohe, edle Gut, wof\u00fcr es sich lohnen w\u00fcrde, sein Leben zu riskieren, ist weit und breit nirgendwo zu erahnen, geschweige denn zu benennen.<br \/>\nAlles, wof\u00fcr man in den letzten Jahrhunderten in die Schlacht gezogen ist, ist bekanntlich verp\u00f6nt: Familie, kulturelle Gemeinschaft, Volk, Nation, Vaterland. Zumindest die drei letztgenannten Begriffe wurden aus dem Bewusstsein der letzten drei deutschen Generationen gr\u00fcndlich ausgetrieben. Exorziert.<br \/>\nF\u00fcr welches hohe und heilige Gut soll sich der 20-j\u00e4hrige Wehrpflichtige in das Schlachtget\u00fcmmel werfen?<br \/>\nJeder Politiker, jeder W\u00fcrdentr\u00e4ger scheut das Benennen dieses hohen Gutes wie der Teufel das Weihwasser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>++++ Wenn es um einen sportlich und medial relevanten Boxkampf geht, ist in den meistens F\u00e4llen einer der Kontrahenten der Titelverteidiger. Der andere: der Herausforderer. Vor dem Kampf treten sie vor die Presse und erl\u00e4utern vollmundig, warum der Gegner im anstehenden Kampf keine Chancen haben wird. 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