{"id":3818,"date":"2024-03-09T18:18:15","date_gmt":"2024-03-09T17:18:15","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=3818"},"modified":"2024-03-09T18:18:15","modified_gmt":"2024-03-09T17:18:15","slug":"3818-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2024\/03\/09\/3818-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Der neue Trend: Nachrichten meiden.<br \/>\nNachvollziehbar.<br \/>\nDie Flut der Informationen, die auf jeden von uns niederprasselt, hat Ausma\u00dfe angenommen, deren Beherrschung und Verarbeitung kein Individuum gewachsen ist. Keine Nachricht kann geistig verdaut werden, eine Reflexion dar\u00fcber, ob sie \u00fcberhaupt verwertbar sei und wenn auf welche Art und Weise, ist schier unm\u00f6glich.<br \/>\nAls naheliegende Beispiele daf\u00fcr, dass wir alle ma\u00dflos in der Bewertung der jeweiligen Situation \u00fcberfordert sind, gelten die Kriegshandlungen in der Ukraine und im Gazastreifen.<br \/>\nIn beiden F\u00e4llen gilt die unverbr\u00fcchliche Tatsache: Es herrscht ein beispielloser Propagandakrieg, was so viel bedeutet, dass eine eigene, vermeintlich neutrale Meinung nichts anderes als ein b\u00f6ser Trugschluss ist.<br \/>\nTrugschl\u00fcsse sollte man meiden.<br \/>\nEs herrscht sowohl im jeweiligen effektiven Kriegsgebiet als auch in der Welt der Diplomatie eine komplett verfahrene Situation.<br \/>\nWas nun?<br \/>\nIn der Mottenkiste des politischen Denkens ist ein Begriff zu finden, dessen Erw\u00e4hnung in den letzten 2 Jahren mehr als verp\u00f6nt war, gleich eines Teufelszeugs: FRIEDEN.<br \/>\nUnd hier gleich eine Klarstellung:<br \/>\nIch will und kann nicht angesichts der \u00fcberaus verworrenen geopolitischen Lage \u00fcber gerechten oder ungerechten Frieden sinnieren. Es soll lediglich ein sehr pers\u00f6nlicher Hilferuf ausgesprochen werden, der Ruf hinaus in die Welt, diesen wunderbaren Zustand, der FRIEDEN hei\u00dft, nicht aus dem Auge zu verlieren!<br \/>\nDazu einige Anmerkungen, die sich nur auf den Ukrainekonflikt beziehen.<br \/>\nErster Gedanke: Die Kontrahenten schlie\u00dfen kategorisch aus, mit &#8222;den Anderen&#8220; reden zu k\u00f6nnen. &#8222;Die Anderen&#8220; sind Unmenschen.<br \/>\nMan bedenke aber: Es gab in der Geschichte der letzten vielen Jahrhunderte keinen einzigen nennenswerten Krieg, der &#8211; trotz der Tatsache von Kapitulationen &#8211; nicht letztlich am Verhandlungstisch geendet h\u00e4tte.<br \/>\nZweiter Gedanke: Der Krieg wird gef\u00fchrt und die l\u00e4cherlich wenigen diplomatischen Bem\u00fchungen werden getragen von einer Generation, die Kriege so nicht kennt.<br \/>\nIch bin \u00fcberzeugt: W\u00fcrde die Generation, die den Zweiten Weltkrieg erlebt hat, das Sagen haben, w\u00fcrden sie der Diplomatie &#8211; also nichts Anderes, als miteinander sprechen &#8211; deutlich mehr Bedeutung zumessen.<br \/>\nUnd nun zu Russland selbst. Hier ist an einen Regimewechsel -blutig oder unblutig &#8211; nicht zu denken. Diese Hoffnung ist illusorisch. Historisch zeichnet sich die russische Gesellschaft dadurch aus, dass sich die Menschen in Zeiten der Krise um den Tyrannen scharen, egal wie brutal und blutr\u00fcnstig der ist. Aber f\u00fcr sie ist der Tyrann der Garant f\u00fcrs \u00dcberleben.<br \/>\nUnter uns leben einige sehr gute Russland- und Putin-Kenner. Einer dieser Kenner ist der aktuelle CIA-Chef Bill Burns, der Botschafter in Moskau war und sein gesamtes Berufsleben seit 25 Jahren im diplomatischen Dienst verbracht hat. Abgesehen davon, dass er selbstredend amerikanische Interessen vertritt, gab er in einem \u00f6ffentlichen Interview folgendes Statement:<br \/>\nDas ist ein Krieg, den Putin nicht verlieren darf. F\u00fcr Russland ist dieser Krieg nicht existentiell, f\u00fcr Putin aber schon. Und er hat den Oberbefehl \u00fcber Russlands Atomstreitkr\u00e4fte.<br \/>\n&#8222;&#8230;\u00a0nicht verlieren darf.&#8220; Diese Aussage bedarf keines Kommentars, sie spricht f\u00fcr sich.<br \/>\nAuch sollte man nicht vergessen:<br \/>\nUnz\u00e4hlige Kriege in der Geschichte wurden beendet, ohne die urspr\u00fcnglichen Kriegsziele erreicht zu haben. Viele Konfliktsituationen k\u00f6nnen nicht von heute auf morgen gel\u00f6st werden. Oft m\u00fcssen Konflikte lange Zeit &#8222;schwellen&#8220;, ungel\u00f6st dahinvegetieren, siehe der Kalte Krieg in Europa, siehe die Deutsche Frage nach dem Zweiten Weltkrieg, siehe heute den ungel\u00f6sten Konflikt auf der koreanischen Halbinsel und, und, und.<br \/>\nWas wir z. Z. erleben ist eine geistige Atmosph\u00e4re des totalen JETZT, die der mittel- und langfristigen Krisenabwehr nicht guttut.<br \/>\nEs sollte nicht nur \u00fcber Krieg gesprochen werden. Auch, wenn es um einen klar gerechten Krieg geht.<br \/>\nEs sollte nicht nur \u00fcber Waffenlieferungen gesprochen werden, auch, wenn sie n\u00f6tig und gerechtfertigt sind.<br \/>\nMan sollte Stimmen nicht ignorieren, die den Krieg &#8222;von innen&#8220; kennen, so wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt:<br \/>\n&#8222;Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schie\u00dfen.&#8220;<br \/>\nMan sollte in diesem Zusammenhang individuellen und kollektiven Verstand und Vernunft nicht au\u00dfen vor lassen. Der Verstand verleiht der Vernunft die F\u00e4higkeit, Zusammenh\u00e4nge durch Schlussfolgerungen zu erschlie\u00dfen, ihre Bedeutung zu erkennen und Regeln und Prinzipien aufzustellen.<br \/>\nMit der Vernunft organisiert der menschliche Geist alle seine infrage kommenden Bez\u00fcge zu der Realit\u00e4t.<br \/>\nIn diesem Sinne ist Immanuel Kants Ausspruch heute mehr denn je von brisanter Aktualit\u00e4t:<\/p>\n<p>&#8222;DER FRIEDE IST DAS MEISTERST\u00dcCK DER VERNUNFT.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue Trend: Nachrichten meiden. Nachvollziehbar. Die Flut der Informationen, die auf jeden von uns niederprasselt, hat Ausma\u00dfe angenommen, deren Beherrschung und Verarbeitung kein Individuum gewachsen ist. Keine Nachricht kann geistig verdaut werden, eine Reflexion dar\u00fcber, ob sie \u00fcberhaupt verwertbar sei und wenn auf welche Art und Weise, ist schier unm\u00f6glich. Als naheliegende Beispiele daf\u00fcr,&hellip; <a href=\"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2024\/03\/09\/3818-2\/\" class=\"more-link\">Weiterlesen <span class=\"screen-reader-text\"><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[18],"class_list":["post-3818","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-einsichten"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3818"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3818\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}