{"id":3757,"date":"2023-10-19T17:43:37","date_gmt":"2023-10-19T15:43:37","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=3757"},"modified":"2023-10-19T17:43:37","modified_gmt":"2023-10-19T15:43:37","slug":"3757-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2023\/10\/19\/3757-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>DAS FEUER DES HASSES<\/p>\n<p>Das Feuer des Hasses und des Verderbens lodert wieder im Nahen Osten.<br \/>\nEs ist m\u00fc\u00dfig, die Schuldfrage zu stellen, da sie bekanntlich nicht zu beantworten ist.<br \/>\nAn jedem beliebigen Ort der Erde ist die historische Gegenwart das Ergebnis eines Jahrhunderte w\u00e4hrenden geschichtlichen Flusses, welcher, wie jeder Fluss, sich ein einmaliges Bett formt, was wir &#8211; die Zeitgenossen &#8211; dann in seiner Einmaligkeit vorfinden.<br \/>\nDer mehr als m\u00e4andernde geschichtliche Fluss der Ereignisse im Vorderen Orient der letzten drei Jahrtausende hat ein Bett geformt, das &#8211; sinnbildlich gesehen &#8211; einem riesigen gordischen Knoten gleicht. Bekanntlich ist ein gordischer Knoten nicht entwirrbar.<br \/>\nDer, der den sagenhaften Gordischen Knoten &#8222;entflechten&#8220; konnte, hat es mit roher Gewalt getan. Offensichtlich gibt es keine anderen Optionen als die pure Gewalt, derartige Knoten zu entwirren.<br \/>\nIm Laufe der Geschichte obsiegte im Vorderen Orient immer wieder die giftige und mordernde Sprache der Gewalt.<br \/>\nDer Nahe und Mittlere Osten waren und sie sind auch heute im weitesten Sinne Stammesgebiete semitischer V\u00f6lker. Die Bibel f\u00fchrt die Abstammung Abrahams auf Sem, dem Sohn Noahs, zur\u00fcck. Somit bezeichnete man in biblischen Zeiten s\u00e4mtliche V\u00f6lker in Vorderasien, die sich als Nachkommen Abrahams betrachteten, als &#8222;S\u00f6hne des Sem&#8220;. Die Araber und die Hebr\u00e4er (Juden) geh\u00f6ren zusammen mit einem Dutzend anderer V\u00f6lker zu den &#8222;S\u00f6hnen des Sem&#8220;.<br \/>\nDas Miteinander und das Zusammenleben dieser V\u00f6lker gestaltete sich in den vergangenen 2500 Jahren so, wie man das \u00fcblicherweise von Nachbarn gewohnt ist: Mal gewaltt\u00e4tig, mal friedlich. Insbesondere war das arabisch-hebr\u00e4ische Zusammenleben oft besser als gemeinhin angenommen. So waren die Beziehungen zwischen dem Islam und dem Judentum eindeutig weniger von Gewalt gepr\u00e4gt als das 2000-j\u00e4hrige vergiftete Verh\u00e4ltnis zwischen Christen und Juden.<br \/>\nEs sind die Ereignisse der letzten 120 Jahre, die in Vorderasien immer mehr und mehr das Feuer des entmenschlichten Hasses entfachten. Eine entscheidende Rolle in diesen Jahren nicht endend wollenden Gewaltausbr\u00fcche auf beiden Seiten haben die damaligen Gro\u00df- und Kolonialm\u00e4chte England und Frankreich gespielt.<br \/>\nDieses historische Zeitalter in Vorderasien ist nachweislich ein Musterbeispiel geopolitischer R\u00e4nkespiele. In jener Gemengelage, wo Gro\u00dfm\u00e4chte skrupellos ihre eigenen deutlich definierten Interessen durchsetzten, spielten die betroffenen Gebiete und die jeweiligen V\u00f6lker, die diese Gebiete bev\u00f6lkerten, lediglich die Bauernrolle auf dem weltpolitischen Schachbrett.<br \/>\nDie Gewalt von heute ist demnach ohne die Kenntnis der historischen Ereignisse der letzten 120 Jahre nicht mal ansatzweise zu verstehen.<br \/>\nUnd das w\u00e4re auch nur bruchst\u00fcckhaftes Verst\u00e4ndnis.<br \/>\nDenn es gibt noch etwas, was das Herz dieser Menschen, die &#8222;S\u00f6hne des Sem&#8220; sind, ber\u00fchrt und ihr Denken bestimmt:<br \/>\nDie Verankerung in ihrem jeweiligen Gottesglauben.<br \/>\nUnbestreitbar: Das Semitentum hat religionssch\u00f6pferische Qualit\u00e4ten.<br \/>\nSie bestehen in der F\u00e4higkeit, die Summe aller kosmischen Beziehungen zu Ende zu denken und zu erleben, daraus eine \u00fcbergeordnete, einheitliche Idee abzuleiten, sie zu einer monotheistischen Gottesauffassung zu verdichten und sich den Verpflichtungen, die aus diesem Gottesbegriff erwachsen, mit aller Strenge, bis zum Fanatismus unterzuordnen. Daher bekommen das Nomadentum und ein jedes Nomadenvolk, das die allermeisten semitischen V\u00f6lker \u00fcber Jahrhunderte, ja Jahrtausende waren, wenn sie mit solchen geistigen M\u00f6glichkeiten ausgestattet werden, eine besondere pathetische F\u00e4rbung, die ihr Kolorit aus dem Widerspruchsvollen empf\u00e4ngt.<br \/>\nEin solcher Mensch mit nomadischer Vergangenheit liebt die Freiheit bis zum Exzess und kennt gleichzeitig den unterw\u00fcrfigen Gehorsam bis zur sklavischen Haltung. Er liebt den Edelmut der Wahrheit \u00fcber alles und verehrt den Listigen um seiner geistigen Beweglichkeit willen. Er ist duldsam und gleichzeitig intolerant. Er schenkt mit gro\u00dfer Geb\u00e4rde und sieht in einem Raubzug etwas Heldenhaftes. Er dichtet wundersch\u00f6ne Verse \u00fcber Freundschaft und treibt die Blutrache bis zum Ausmerzen ganzer Geschlechter. Er kann \u00fcber ein Liebeslied in leidenschaftliche Ersch\u00fctterung geraten und kann mit der brutalsten Grausamkeit morden.<br \/>\nWas wird nun?<br \/>\nIch kann nicht anders: Ich gebe &#8211; sinngem\u00e4\u00df &#8211; die \u00dcberzeugungen des Propheten Jeremia wieder:<br \/>\n&#8222;Volk auf Volk, Staat auf Staat w\u00e4chst, dehnt und bl\u00e4ht sich, breitet sich durch Gewalt und Machtanwendung aus. Und bricht eines Tages zusammen: Vor einem anderen Volk, vor einer anderen Gewaltanwendung. Ihre Existenz beginnt und schlie\u00dft mit Gewalt und Macht. Sie dauert, bis eine andere Gewalt sie niederschl\u00e4gt. Das ist ein Vorgang, der in grauenhafter Folge und Eint\u00f6nigkeit so weitergehen kann und wird. Da Macht sich immer noch \u00fcbersteigern kann, sei es in Menschenmassen, sei es in Kriegsmitteln, kann auch ein Machtgebilde jeweils von einem anderen, gr\u00f6\u00dferen vernichtet werden. Folglich kann die Macht der einzelnen Gemeinschaft nicht dauern.<br \/>\nWann sie untergeht, ist eine Frage der Zeit.<br \/>\nDass sie untergeht, ist eine Frage der Gewissheit&#8220;.<\/p>\n<p>Jeremia lebte vor fast genau 2600 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DAS FEUER DES HASSES Das Feuer des Hasses und des Verderbens lodert wieder im Nahen Osten. Es ist m\u00fc\u00dfig, die Schuldfrage zu stellen, da sie bekanntlich nicht zu beantworten ist. 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