{"id":2728,"date":"2020-08-15T19:42:44","date_gmt":"2020-08-15T17:42:44","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=2728"},"modified":"2020-08-15T19:42:44","modified_gmt":"2020-08-15T17:42:44","slug":"2728-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2020\/08\/15\/2728-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Dass die weltpolitische Gegenwart durch mannigfache Unsicherheitsfaktoren gekennzeichnet ist, w\u00e4re historisch gesehen nichts Ungew\u00f6hnliches. Seit jeher betrachten die Zeitgenossen ihre eigene Epoche als unsicher mitunter als bedrohlich. Wir alle auf Erden, die zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sowas wie eine globale Schicksalsgemeinschaft bilden, machen hierbei keine Ausnahme.<br \/>\nDie Gegebenheiten, die unser jetziges Sein bestimmen, viele davon mit enormen globalen Auswirkungen, beunruhigen nicht wenige Zeitgenossen. Manche von ihnen verbreiten &#8211; insbesondere die zahlreichen Anh\u00e4nger verschiedenster Verschw\u00f6rungstheorien &#8211; eine (noch) niederschwellige Panikstimmung.<br \/>\nDiese heutige, unruhige Weltsituation ruft Hannah Arendt in Erinnerung.<br \/>\nAnno 1968 schreibt sie folgendes: &#8222;&#8230; zum ersten Mal haben alle V\u00f6lker der Erde eine gemeinsame Gegenwart.&#8220; Bereits vor einem halben Jahrhundert erahnte die mit einem sensiblen Gesp\u00fcr f\u00fcr k\u00fcnftige Entwicklungen ausgestattete deutsche Philosophin (mit j\u00fcdischen Wurzeln), welche Art Herausforderungen auf die folgenden &#8222;globalisierten&#8220; Generationen zukommen werden. Sie schreibt weiter: &#8222;Jedes Volk, jede Nation wird der unmittelbare Nachbar jedes anderen werden, und Ersch\u00fctterungen auf der einen Seite des Erdballs teilen sich mit au\u00dferordentlicher Geschwindigkeit der gesamten Erdoberfl\u00e4che mit.&#8220;<br \/>\nDie Kulturgeschichte der Menschheit kann auf unz\u00e4hlige Personen mit prophetischen Gaben zur\u00fcckblicken. Eine Prophetie ist zun\u00e4chst mal Sache Gottes und Propheten waren und sind auserw\u00e4hlte Menschen, die die Botschaft Gottes verk\u00fcnden. Der Begriff Prophet stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet F\u00fcrsprecher, Sendbote, Voraussager. Somit darf man getrost jemanden, der die k\u00fcnftigen Entwicklungslinien menschlicher Schicksalsgemeinschaften weissagen kann, ebenfalls als mit prophetischen Gaben ausgestattet bezeichnen.<br \/>\nKnappheiten aller Art und unendlich viel Not: das sind Attribute unz\u00e4hliger Regionen unseres Erdballs.<br \/>\nIn weiser Vorwegnahme k\u00fcnftiger Entwicklungen bef\u00fcrchtete H. Arendt einen &#8222;gewaltigen Zuwachs an gegenseitigem Hass und ein gewisserma\u00dfen universales &#8222;Sich-gegenseitig-auf-die Nerven-fallen&#8220;, also das, was man unter dem Begriff Ressentiment versteht. Ein existentielles Ressentiment hinsichtlich des Seins anderer Menschen ausgel\u00f6st durch ein intensives Gemisch aus Neid und dem Gef\u00fchl der Erniedrigung und der Ohnmacht. Ein Ressentiment, das immer da ist und immer st\u00e4rker wird, das die Zivilgesellschaft vergiftet und die politischen Freiheiten untergr\u00e4bt. Hierin liegt auch eine der gewichtigen Ursachen der weltweiten Wende hin zum Autoritarismus und den Formen von gef\u00e4hrlichem Chauvinismus.&#8220;<br \/>\nSich-gegenseitig-auf-die Nerven-fallen. Augenzwinkernde Hanna Arendt:\u00a0 Das weltpolitische Heute vortrefflich offenbart.<br \/>\nDabei war ihr &#8211; wie vielen anderen Geistesgr\u00f6\u00dfen &#8211; unanfechtbar klar:<br \/>\nDie Frage nach dem Menschen &#8211; sie hat keine L\u00f6sung und wird auch keine haben. Sie hat lediglich eine Geschichte. In der deutschen Philosophin offenbart sich jener Geist, der sich von allem unterscheidet, was diesem in der Gegenwart spottet:<br \/>\nVom Furor der Kommunikation, von der beschr\u00e4nkten Sprache der Wissenschaft, vom technoiden Machbarkeitsdelir.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die weltpolitische Gegenwart durch mannigfache Unsicherheitsfaktoren gekennzeichnet ist, w\u00e4re historisch gesehen nichts Ungew\u00f6hnliches. 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