{"id":2675,"date":"2020-06-22T20:29:11","date_gmt":"2020-06-22T18:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=2675"},"modified":"2020-06-22T20:29:11","modified_gmt":"2020-06-22T18:29:11","slug":"2675-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2020\/06\/22\/2675-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Gelesen und f\u00fcr gut befunden:<br \/>\n&#8222;Wer etwas tut, zerst\u00f6rt es;<br \/>\nWer etwas festh\u00e4lt, verliert es.<br \/>\nDeshalb, der Heilige Mensch,<br \/>\nIst ohne Tun und darum ohne Zerst\u00f6rung.<br \/>\nIst ohne Festhalten und darum ohne Verlust.<br \/>\n(Tao-Te-King)<br \/>\nErst beim zweimaligen Durchlesen erschlie\u00dfen sich die Kernbotschaften, die es wahrlich in sich haben! Wie unendlich weit von diesen Botschaften fristet unser europ\u00e4ischer Geist sein Dasein&#8230;.<br \/>\nDieser unser Geist von heute ist von einem Winzling bestimmt. Sein vulg\u00e4r-popul\u00e4rer Name ist Corona und dieses Virus hat vieles an die Oberfl\u00e4che gesp\u00fclt, die vergessen, ignoriert und\/oder verdr\u00e4ngt wurden. Die Tatsachen sind da, sie sind (wieder) greifbar. Der Lauf der Geschichte l\u00e4sst sich von uns Menschen nicht ins Bockshorn jagen.<br \/>\nFangen wir mit Deutschland an. Unser Land hat mal wieder die Stunde der Exekutive erlebt. Das ist nichts anderes, als dass einige wenige Personen \u00fcber das weitere Schicksal von vielen Millionen Individuen entscheiden. In einer historisch sehr kurzen Zeit treffen sie Entscheidungen, die Millionen Schicksale betreffen. Ihnen wird von keiner Seite widersprochen. Die verst\u00f6renden Bilder aus den Krankenh\u00e4usern benachbarter L\u00e4nder sowie die epidemiologischen Modellrechnungen einer bestimmten wissenschaftlichen Elite haben jede andere oppositionelle Alternative verstummen lassen. Der m\u00fcndige, angeblich vom demokratischen Geist erf\u00fcllte deutsche B\u00fcrger hatte nur noch die Hosen voll, er hamsterte wo, wie und wann es nur ging und die Zustimmung zum Raub aller seiner Grundrechte erreichte Prozents\u00e4tze, mit denen fr\u00fcher kommunistische Parteibonzen bei Wahlen begl\u00fcckt wurden.<br \/>\nKein Kommentar.<br \/>\nWerfen wir nun einen Blick auf die Europ\u00e4ische Union. K\u00fcnftigen Studentengenerationen in Geschichte, Politologie und verwandten Studienf\u00e4chern wird man das Verhalten der europ\u00e4ischen L\u00e4nder &#8211; allesamt Mitgliedstaaten der EU &#8211; in der Coronakrise des Jahres 2020 als ein geradezu musterg\u00fcltiges Beispiel geistigen und politischen Versagens\u00a0 kommunizieren. Und, dass das zurecht so passieren wird, daran ist nicht zu deuteln.<br \/>\nWirtschaftlich bleibt so ziemlich alles beim Alten: Der Mammon h\u00e4lt uns Europ\u00e4er fest zusammen, denn den Ast, worauf wir alle zusammengepfercht hocken, traut sich keiner abzus\u00e4gen. Aber dem ohnehin kaum wahrnehmbaren europ\u00e4ischen Geist, dem die Rolle erkoren wurde, eine einigende Wirkung auf die kontinentale Vielfalt der L\u00e4nder auszu\u00fcben, diesem Geist hat Corona zwar nicht den Todessto\u00df so doch eine derart herbe Watschen verpasst, dass dieser in absehbarer Zeit die f\u00fcr solche F\u00e4lle zust\u00e4ndige politische Intensivstation nicht verlassen wird.<br \/>\nKaum war der gefahrbringende Winzling ausgemacht worden, wurden s\u00e4mtliche Grenzen von s\u00e4mtlichen europ\u00e4ischen Staaten dichtgemacht.<br \/>\nLeb wohl europ\u00e4ischer Gemeinsinn! Hoch lebe das Nationale!<br \/>\nKein Kommentar.<br \/>\nUnd so k\u00f6nnte ohne Unterlass fortgefahren werden. Pandemien waren nicht selten einschneidende Ereignisse, die dem Weltgeschehen unerwartete Wendungen verabreichten. Die aktuelle geopolitische Gro\u00dfwetterlage macht da keine Ausnahme: Die wichtigen weltpolitischen Akteure sind zurzeit sehr pr\u00e4sent an den bekannten geopolitischen Bruchlinien. Sie sind am Justieren ihrer Interessen. Das beinhaltet z. B. auch ein Nachsinnen \u00fcber die k\u00fcnftige Bedeutung jetziger kriegerischer Schaupl\u00e4tze. So werden in Bezug auf die gro\u00dfe Weltpolitik die zahlreichen Konfliktlinien im Nahen Osten immer mehr und mehr marginalisiert. Zuk\u00fcnftig wird das Schicksal dieser konflikttr\u00e4chtigen Zone weitestgehend nur noch europ\u00e4ische Belange tangieren. Und diese Belange werden zweifelsohne der erw\u00e4hnten geopolitischen Marginalisierung zum Opfer fallen.<br \/>\nDie grenz\u00fcberwindende Macht und Anziehungskraft der Demokratien und die armutsmindernden Versprechungen der Globalisierung waren die gro\u00dfen Narrative der letzten 2 Jahrzehnte. Dem allem wurde ein gewaltiger D\u00e4mpfer verpasst.<br \/>\nDem Winzling, dem alle Menschen auf Erden dieses Chaos verdanken, k\u00f6nnten jetzt und in der Zukunft Brechts Worte beileibe in den Kram passen:<br \/>\nJa, mach nur einen Plan!<br \/>\nSei nur ein gro\u00dfes Licht!<br \/>\nUnd mach dann noch&#8217;nen zweiten Plan.<br \/>\nGehn tun sie beide nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelesen und f\u00fcr gut befunden: &#8222;Wer etwas tut, zerst\u00f6rt es; Wer etwas festh\u00e4lt, verliert es. Deshalb, der Heilige Mensch, Ist ohne Tun und darum ohne Zerst\u00f6rung. Ist ohne Festhalten und darum ohne Verlust. 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