{"id":2343,"date":"2019-10-06T15:56:03","date_gmt":"2019-10-06T13:56:03","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=2343"},"modified":"2019-10-06T15:56:03","modified_gmt":"2019-10-06T13:56:03","slug":"2343-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2019\/10\/06\/2343-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Je l\u00e4nger man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft gr\u00f6\u00dften sind.<br \/>\nDabei macht man eine merkw\u00fcrdige Erfahrung: dass sich hinter den Wichtigkeiten der Welt &#8211; Ansehen, gesellschaftliche Stellung, Beziehungen, Geld, Wissen und K\u00f6nnen &#8211; eine eigenartige Leere durchscheint.<br \/>\nJene &#8222;Maximierer&#8220;, die in allen Dingen das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis beachten und stets noch etwas Besseres finden wollen, sind meist keine gl\u00fccklichen Menschen.<br \/>\nEs liegt mir gewiss fern, \u00fcber das Gl\u00fccklichsein zu referieren. Es gibt Ph\u00e4nomene, die sich selbst einer minimalen objektiven Er\u00f6rterung durch menschliches Wissen und Geist weitestgehend entziehen. Das gilt insbesondere f\u00fcr unsere Zeiten, da das Wissen rasend schnell w\u00e4chst.<br \/>\nDaf\u00fcr wird die Weisheit immer weniger.<br \/>\nGl\u00fccklich sind eher jene, die eine unauff\u00e4llige Gen\u00fcgsamkeit als Leitmotiv ihres Lebens betrachten. Jene, die eine Grundhaltung innerer Freiheit anstreben. Eine Freiheit, die eine souver\u00e4ne Anspruchslosigkeit und letztlich eine sorglose Gelassenheit zur Voraussetzung hat. Dazu &#8211; nur nebenbei &#8211; ein Wort, das ich mir immer wieder gerne in Erinnerung rufe: &#8222;Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten&#8220;. Gl\u00fccklich sind jene, die es fertigbekommen, ihr Leben danach auszurichten.<br \/>\nEs ist altes geistig-christliches Gemeingut, dass jeder Mensch sein individuelles Kreuz tr\u00e4gt. Am Kreuz h\u00e4ngen nahezu alle: von Sorgen gequ\u00e4lt, von Mitmenschen geplagt, von Anspr\u00fcchen kirre gemacht oder von Langeweile erdr\u00fcckt. Von Angst gepeinigt und von Hass vergiftet, von der Familie versto\u00dfen und von Freunden vergessen. Es gibt niemanden, der nicht sein unverwechselbares Kreuz zu tragen hat.<br \/>\nNein: der Mensch kann sich nicht selbst erl\u00f6sen, weder durch philosophische Reflexion, Yoga oder Sch\u00f6nheitsoperationen noch durch Psychotherapeuten, Personal Trainer oder anderweitige Coaches. Hier soll Erl\u00f6sung nicht nur im streng theologischen Sinne aufgefasst werden, sondern gleichsam als Synonym f\u00fcr (religionsunabh\u00e4ngige) Befreiung etwa, f\u00fcr Rettung\u00a0 oder gar Neusch\u00f6pfung.<br \/>\nGl\u00fcck, Zufriedenheit und Seelenfrieden lassen sich nicht erarbeiten, nicht durch Karriere, nicht durch Statussymbole oder zur Schau getragenes Aussteigertum. Weder eine nachhaltige \u00f6kologische Lebensf\u00fchrung noch zivilgesellschaftliches Engagement &#8211; so lobenswert und w\u00fcnschenswert es sein mag &#8211; wird das Leben eines Menschen sinnvoller oder &#8222;besser&#8220; machen.<br \/>\nDemnach muss die Quelle menschlichen Gl\u00fccks anderswo gesucht werden. Der rein vegetative Ablauf eines Daseins ist eine dem Menschen unw\u00fcrdige Haltung. Die menschliche W\u00fcrde spiegelt sich wider\u00a0 in einem Leben aus der Tiefe des Menschlichen zum Unterschied zum platten Dasein. Ich hadere mit der sowohl dem Individuum als auch der Gesellschaft aufgezwungenen Eindimensionalit\u00e4t des Lebens, dieses stumpfe Werden und Vergehen mit den unz\u00e4hligen Trivialit\u00e4ten, die das Menschenleben ausmachen.<br \/>\nWer dem beipflichtet, kommt nicht drum herum, sich auf das Wagnis des glaubenden Vertrauens einzulassen.<br \/>\nDenn Glauben bedeutet in erster Linie Vertrauen und beinhaltet zudem &#8211; von vielen str\u00e4flich missachtet und leichtfertig ignoriert &#8211; ein nicht zu untersch\u00e4tzendes Anwachsen eigenen geistigen Lebens.<br \/>\nEin befriedigendes, ja sinnstiftendes Suchen, um die \u00d6dnis der Eindimensionalit\u00e4t zu \u00fcberwinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Je l\u00e4nger man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft gr\u00f6\u00dften sind. 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