{"id":2170,"date":"2019-05-08T21:18:49","date_gmt":"2019-05-08T19:18:49","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=2170"},"modified":"2019-05-08T21:18:49","modified_gmt":"2019-05-08T19:18:49","slug":"2170-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2019\/05\/08\/2170-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Dem allgemeinen &#8211; echten oder aufgesetzten &#8211; Verdru\u00df \u00fcber Kevin K., dem Jungsozialisten, kann ich mich nicht voll anschlie\u00dfen. Gleichwohl ich Kommunismus mehr als zwei Jahrzehnte hautnah erlebt habe.<br \/>\n&#8222;Wer in jungen Jahren nicht Kommunist ist, hat kein Herz&#8220;. So etwa soll ein Bonmot von Churchill lauten. M\u00f6glich sind auch andere Urheberschaften, als da w\u00e4ren B. Croce oder G.B.Shaw, aber sie alle sind in diesem Fall irrelevant.<br \/>\nWie dem es auch sei: mir sind junge Menschen mit utopisch-idealistischen Vorstellungen allemal lieber als Gleichaltrige mit aalglatt-merkantilistischem Ansinnen.<br \/>\nDie Wertvorstellungen der Linken sind ein Abklatsch urchristlicher Ideale. Niemand kann mehr links denken und leben als der Mann aus Nazareth. Niemand kann ernsthaft gegen Gerechtigkeit oder begl\u00fcckenden Lebensformen sein, die allen zugute k\u00e4men. (Das schaffen selbst die Rechten semantisch nicht). Aber um diese Ideale in einer Gesellschaft durchzusetzen, braucht man unbestrittene autorit\u00e4re M\u00f6glichkeiten, weil die Verh\u00e4ltnisse, die das menschliche Zusammenleben definieren, immer widerspenstiger sind, als man sich das vorgestellt hat.<br \/>\nDazu einige, wie ich finde, nette Anmerkungen:<br \/>\nMan schreibt das Jahr 1835. In der Abiturpr\u00fcfung verfasst ein junger Mann einen Aufsatz im Fach Religion. Er schreibt unter anderem:<br \/>\n&#8222;Sobald ein Mensch diese Vereinigung mit Christo erlangt hat, wird er still und ruhig die Schl\u00e4ge des Schicksals erwarten, mutig dem Sturm der Leidenschaften sich gegen\u00fcberstellen, unerschrocken die Wut des Schlechten ertragen; denn wer vermag ihn zu unterdr\u00fccken, wer vermag ihm seinen Erl\u00f6ser zu rauben?&#8220; Der junge Mann versucht sich also in den gedanklichen Fu\u00dfspuren des Nazareners. Schon bald gen\u00fcgt ihm der Glaube aber nicht mehr. Sein brillanter Intellekt versucht nicht weniger, als durch extrem linkes, also kommunistisches Gedankengut in h\u00f6chster Vollendung den Weg zu paradiesischen Verh\u00e4ltnissen auf Erden zu ebnen. Mehrere Vorfahren des jungen Mannes waren hoch angesehene Rabbiner mit Namen wie Moses, Isaak oder Joshua. Der Abiturient, der ein exzellentes Examen hinlegt, das heute \u00fcbrigens niemand mehr bestehen w\u00fcrde ob der Stoffmenge und den knallharten Anforderungen wegen, trug &#8211; das Wieso ist in diesem Zusammenhang unerheblich &#8211;\u00a0 einen allt\u00e4glichen deutschen Namen und war kein geringerer als Karl Marx.<br \/>\nEr ist sich letztlich treu geblieben: urchristliches Gedankengut und Marxismus schlie\u00dfen sich prinzipiell nicht aus, der unvereinbare Unterschied liegt in der Methodik und dem Instrumentarium des Durchsetzens.<br \/>\n&#8222;Wer mit 40 noch immer Kommunist ist, hat keinen Verstand&#8220;.<br \/>\nDas eingangs genannte Bonmot &#8211; egal wem nun die Urheberschaft geb\u00fchrt &#8211; mu\u00df mit diesem Zusatz vervollst\u00e4ndigt werden. Es geh\u00f6rt sich so, da beide Aussagen tats\u00e4chlich zusammen geh\u00f6ren.<br \/>\nNun verr\u00e4t der Zusatz, dass die Menschheit bereits \u00fcber vielfache\u00a0 aber keineswegs erstrebenswerte Erfahrungen mit marxistischen Herrschaftsformen verf\u00fcgt. Diese universellen Erfahrungswerte fehlten Marx.<br \/>\nSomit stellt sich lediglich die Frage: in welches geistige und politische Fahrwasser wird es k\u00fcnftig den Jungsozialisten K. verschlagen?<br \/>\nVielleicht nimmt er den Weg des von ihm verehrten Meisters.<br \/>\nIn umgekehrter Richtung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem allgemeinen &#8211; echten oder aufgesetzten &#8211; Verdru\u00df \u00fcber Kevin K., dem Jungsozialisten, kann ich mich nicht voll anschlie\u00dfen. Gleichwohl ich Kommunismus mehr als zwei Jahrzehnte hautnah erlebt habe. &#8222;Wer in jungen Jahren nicht Kommunist ist, hat kein Herz&#8220;. So etwa soll ein Bonmot von Churchill lauten. 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