{"id":1106,"date":"2017-08-31T21:11:47","date_gmt":"2017-08-31T19:11:47","guid":{"rendered":"https:\/\/actaseptimana.de\/?p=1106"},"modified":"2017-08-31T21:11:47","modified_gmt":"2017-08-31T19:11:47","slug":"1106-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actaseptimana.de\/index.php\/2017\/08\/31\/1106-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Seit Preu\u00dfen im 18. Jahrhundert zu den ernst zu nehmenden europ\u00e4ischen M\u00e4chten aufgesto\u00dfen ist, wei\u00df Resteuropa von den deutschen Tugenden ein Lied zu singen.\u00a0 Sprichw\u00f6rtlich bekannt\u00a0 auf dem gesamten alten Kontinent waren und sind der deutsche Ordnungssinn, die P\u00fcnktlichkeit, die Verl\u00e4sslichkeit im Kleinen wie im Gro\u00dfen, der Flei\u00df,\u00a0 das unersch\u00fctterliche Staatsvertrauen, das nicht selten zu blindem Obrigkeitsglauben hinaus zu wachsen vermochte.\u00a0 Es waren Tugenden, die Deutschland gro\u00df gemacht haben. Und \u00fcberm\u00fctig.\u00a0 Zwei Mal in den letzten hundert Jahren leider irre \u00fcberm\u00fctig mit den bekannten tragischen Folgen.\u00a0 Der Sinn der Deutschen f\u00fcr Ordnung, Sauberkeit,\u00a0 Flei\u00df, Geradlinigkeit und Disziplin ist ihnen zum Verh\u00e4ngnis geworden.\u00a0 Sie dachten, sie sind den anderen V\u00f6lker durch diese Eigenschaften \u00fcberlegen und dadurch berufen, die Welt in ihrem Geiste zu ver\u00e4ndern.\u00a0 Das ber\u00fcchtigt-ber\u00fchmte und alles andere als dem\u00fctige &#8222;Am deutschen Wesen soll die Welt genesen&#8220; endete zwei Mal in einer historischen Katastrophe.<\/p>\n<p>Heute kann niemand behaupten, dass die Deutschen daraus nicht die entsprechenden Konsequenzen gezogen haben. Die der Stunde Null der deutschen Geschichte 1945\u00a0 folgenden zwei Generationen setzten die geh\u00f6rige historische Lektion, die Deutschland erteilt wurde, konsequent in die Tat um. Die Fundamente des alten preu\u00dfischen Geistes &#8211;\u00a0 das Wesen der Deutschen noch immer merklich bestimmend &#8211; werden langsam aber konsequent eingerissen.\u00a0 Deutschland mu\u00df &#8222;europ\u00e4ischer&#8220; werden,\u00a0 es mu\u00df sich dem Laisser-faire des ost- und s\u00fcdeurop\u00e4ischen Geistes angleichen.\u00a0 Die deutsche Vergangenheit der letzten 70 Jahre ist gepr\u00e4gt von dem fast schon besessenen politischen Willen, sich in den europ\u00e4ischen wirtschaftlichen und geistigen K\u00f6rper so weit es nur geht zum einen unauff\u00e4llig zum anderen wurzeltief und unwiderruflich zu integrieren.\u00a0 Dass dieser Prozess nur dann erfolgreich zu Ende gef\u00fchrt werden kann, wenn die von s\u00e4mtlichen Europ\u00e4ern \u00e4u\u00dferst zwiesp\u00e4ltig beurteilten deutschen Tugenden \u00fcber Bord geworfen werden, ist eine Tatsache, die keiner n\u00e4heren Erl\u00e4uterung bedarf.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren kann man in unserer Heimat auf Schritt und Tritt den Folgen des politischen Willens der letzten beiden deutschen Generationen begegnen. Europa mu\u00df zusammenwachsen.\u00a0 Wirtschaftlich sowieso\u00a0 aber wichtiger ist das Zusammenwachsen im Geiste, in der Mentalit\u00e4t.<\/p>\n<p>In der letzten Zeit scheint es mir,\u00a0 dass manchen Zeitgenossen in unserem Lande die Angleichung des deutschen Geistes an die Mentalit\u00e4t eines Sizilianers oder eines Kreters nicht mehr gen\u00fcgt und nicht mehr zufrieden stellt. Bekanntlich wollte es der Deutsche im Laufe der Geschichte ohnehin immer alles gr\u00fcndlich machen. Somit hege ich die leise Vermutung, dass einige unserer Zeitgenossen der Meinung sind, dass diese Angleichung an s\u00fcdeurop\u00e4ische Inselmentalit\u00e4t einer reinen\u00a0 historischen Zeitverschwendung gleich k\u00e4me. Der politische Wille dieser Vision\u00e4re\u00a0\u00a0 propagiert bereits jetzt schon die \u00fcbern\u00e4chste Stufe des historisch notwendigen Angleichungsprozesses:\u00a0 jene an den levantinischen und insbesondere an den maghrebinischen Geist.<\/p>\n<p>Dieser Angleichungsprozess ist im vollen Gange und in allen Lebensbereichen unseres Landes pr\u00e4sent.\u00a0 So und nur so ist auch der haneb\u00fcchen-eulenspiegelhafte Dieselskandal zu verstehen.\u00a0 Die S\u00fcdl\u00e4nder haben es mit der Schuldenquote.\u00a0 Wir haben es mit den Stickoxiden.\u00a0 Alles Richtwerte. Heutzutage wird so was\u00a0 in Europa aber nicht mehr so ganz\u00a0 ernst genommen. Wenn man erwischt wird, tut man so,\u00a0 als ob nichts gewesen w\u00e4re.\u00a0 Schlie\u00dflich soll man sich mental aufeinander zu bewegen. Hauptsache weg von den schn\u00f6den altmodischen deutschen Tugenden. Die Dieselfahrzeuge von Fiat sind nahezu um zwei Potenzen dreckiger als die deutschen Autos.\u00a0 Die Anfragen Br\u00fcssels an Rom liefen stets ins Leere.\u00a0 Das ist mediterrane Art, Probleme zu l\u00f6sen:\u00a0 keine Widerrede, bei Bedarf Widerstand durch Nachgiebigkeit, durch Ausweichen, durch scheinbares Sich-Ergeben. Liebenswerter s\u00fcdl\u00e4ndischer Stil eben.<\/p>\n<p>Aber: ist dieser Stil noch erstrebenswert in Anbetracht der Tatsache, dass der maghrebinische Geist um ein Vielfaches geschmeidiger, l\u00e4ssiger, cooler und somit unstrittig zeitgem\u00e4\u00dfer daher kommt?<\/p>\n<p>Ich ertappe mich dabei, dass ich im Begriff bin, Verst\u00e4ndnis auf zu bringen f\u00fcr die zeitnahe Einf\u00fchrung der \u00fcbern\u00e4chsten Stufe des historischen Angleichungsprozesses. Und nat\u00fcrlich w\u00fcnsche ich den folgenden Generationen jede Menge Spa\u00df bei diesem beispiellos einmaligen historischen Unterfangen!<\/p>\n<p>Spa\u00df haben ist schlie\u00dflich en vogue und somit voll passend zu unserer derzeitigen und sicherlich auch k\u00fcnftigen Spa\u00dfgesellschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Preu\u00dfen im 18. 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