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Vor drei Tagen habe ich Folgendes gelesen und ich muss gestehen: Über diese Nachricht habe ich erst einmal geschmunzelt, danach aber machte sich so was wie ein schamhaftes Mitgefühl breit.
Bundespräsident Steinmeier hat sich mal wieder zu Wort gemeldet. Er macht sich große Sorgen um die „globale Demokratie“, die nach seiner Meinung angegriffen werde wie nie zuvor. Unser Präsident hat zwei historische Zäsuren ausfindig gemacht: Zum einen den großangelegten Angriff Russlands auf die Ukraine, zum anderen das Verhalten der USA gegenüber Venezuela. Und er sagt weiter:
„Hinzu kommt der Werteverfall durch unseren wichtigsten Partner, die USA (…) Es geht darum, zu verhindern, dass sich die Welt in eine Räuberhöhle verwandelt, in der die Skrupellosesten nehmen, was immer sie wollen …“
Wer aber austeilt, muss auch einstecken können.
Auf Steinmeiers Worte, die staatsmännisch besorgt klingen sollten, aber eher weinerlich herüberkamen, folgte postwendend die Antwort des republikanischen Senators Lindsey Graham:
„Chill out. Have a schnapps.
„Beruhige dich, Bruder, nimm einen Schluck aus der Schnapsflasche!“ Dem hat Graham einen kurzen erläuternden Text beigefügt.
Was in diesem Zusammenhang nicht außer Acht gelassen werden darf: Graham ist kein Hinterbänkler des USA-Senats, er ist einer der einflussreichsten amerikanischen Politiker.
Als ich das las, musste ich schmunzeln.
So weit ist es also mit dem Ansehen Deutschlands und der deutschen Politik gekommen! Chill out, Junge, beruhige dich und greif dir beherzt ein Stamperl …
Im nächsten Moment ist mir das Lächeln allerdings vergangen.
Verdrängt von Scham, Fremdscham und Mitgefühl.

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Apropos Venezuela: Auf ntv.de habe ich folgende Überschrift erhascht:
„Die beste Katastrophe, die Venezuela passieren konnte.“
Ich zitiere: „Während sich linke Gruppen in Deutschland über die Gefangennahme N. Maduros durch die USA empören, sehen viele Exil-Venezolaner darin einen Moment der Erlösung. ntv.de hat mit fünf von ihnen gesprochen – über Angst, verlorene Heimat und die leise Zuversicht, dass ein jahrzehntelanger Albtraum endlich endet.“
Dass unzählige Venezolaner zu Recht die gleiche Meinung teilen, interessiert unsere linke politische Meinungselite einen feuchten Kehricht. Hauptsache: strammes ideologisches Ritual!

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Bin heute in Zitier-Laune. Aufhorchen lässt Papst Leo XIV in seiner Neujahrsansprache:
Es sei „bedauerlich festzustellen, dass insbesondere im Westen der Raum für echte Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird, während sich eine neue Sprache mit orwellschem Beigeschmack entwickelt, die in ihrem Bestreben, immer inklusiver zu sein, darin mündet, diejenigen auszuschließen, die sich nicht den Ideologien anpassen, von denen sie beseelt ist.“
Na denn: eine schöne päpstliche Bescherung! Und man bedenke, dass Leo alles andere denn ein stockkonservatives Kirchenoberhaupt ist!

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Zu guter Letzt:
Die Vereinigten Arabischen Emirate streichen die Finanzierung von Studienaufenthalten ihrer Staatsbürger (sprich: Studenten) an britischen Universitäten. Grund dafür: Die Staatsführung befürchtet eine islamistische Radikalisierung ihrer Landsleute an britischen Universitäten, insbesondere im Kontext der Muslimbruderschaft. (Quelle: „Financial Times“)
Da stehen einem – also einem westeuropäischen Bürger – im wahrsten Sinne des Wortes die Haare zu Berge …
Hintergrund: Die britische Regierung weigert sich bislang, die Muslimbruderschaft zu verbieten. Abu Dhabi hat deshalb alle britischen Universitäten von einer Liste der für staatliche Stipendien infrage kommenden Einrichtungen gestrichen, während Universitäten in Israel(!), Frankreich oder den USA weiterhin aufgeführt sind.
Dazu eine schlichte, alles sagende Leserzuschrift:
„Araber schicken ihre Kinder nicht mehr an europäische Unis, weil ihnen der islamische Einfluss dort zu groß ist. Noch Fragen?“

Dem ist wahrlich nichts hinzuzufügen und deshalb, liebe Leserin, lieber Leser, seien sie herzlich gegrüßt von
Oswald Spengler

Ach, der Spengler Ossie! Derjenige, dem der gesamte Linksliberalismus seit vielen Jahrzehnten unermüdlich auf die Schnauze haut.
Hier zwei Zitate von ihm:

„Die Europäer werden in den nächsten fünfzig Jahren eine tiefe Verwandlung ihres Charakters durchmachen, und die Verwandlung wird das Schicksal ihrer Kultur bestimmen.“
„Einen langen Krieg ertragen wenige, ohne seelisch zu verderben; einen langen Frieden erträgt niemand.“

Ja, so ist es bekanntlich mit den Propheten:
„Ein Prophet gilt nirgend weniger, denn in seinem Vaterland und in seinem Hause.“ (Luthers Übersetzung von Matthäus 13,57)